News zum Coronavirus: Ermittlungen nach 47 Corona-Toten: Beweismaterial in Potsdamer Klinik sichergestellt

Deutschland will Wien zum Corona-Risikogebiet erklären +++ Von der Leyen für neue „Europäische Gesundheitsunion“ +++ RKI rechnet mit mehreren Impfstoffen +++ 1901 registrierte Neuinfektionen in Deutschland +++ News zur Coronavirus-Pandemie.

Ermittlungen wegen Corona-Ausbruch: Beweismaterial in Potsdamer Klinik sichergestellt

Staatsanwaltschaft und Polizei haben am Mittwoch bei einer Durchsuchung im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann Akten und Unterlagen sichergestellt. Hintergrund seien laufende Ermittlungen wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Tötung im Zusammenhang mit dem Covid-19 Ausbruchsgeschehen, sagte Wilfried Lehmann, leitender Staatsanwalt auf Anfrage. Beweismittel im Ermittlungsverfahren gegen drei leitende Mediziner und die beurlaubte Geschäftsführung des Klinikums seien gesichert worden, sagte Lehmann. In dem größten Potsdamer Krankenhaus hatten sich im März Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft. Von Ende Januar bis Ende April waren 140 Patienten und 208 Mitarbeiter positiv getestet worden. 47 Corona-Patienten starben in der Klinik.

Madrid plant wieder Ausgangssperren für einige Stadtteile

Madrid will in Stadtteilen mit stark steigenden Corona-Ansteckungsraten wieder Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verhängen. Der stellvertretende Chef der Gesundheitsbehörden in der spanischen Hauptstadt, Antonio Zapatero, kündigte an, die neuen Maßnahmen bis Ende der Woche zu verhängen. Die Ansteckungsraten seien in Stadtteilen im Süden Madrids derzeit besonders hoch, sagte Zapatero. Welche Stadtteile genau betroffen sein werden, sagte er aber nicht. Mehrere Arbeiterviertel im Süden von Madrid und südliche Vororte der Hauptstadt hatten in den vergangenen zwei Wochen jeweils 700 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohnern oder sogar noch mehr verzeichnet. Im dicht besiedelten Stadtteil Puente de Vallecas wurden sogar 1000 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohnern gemeldet. Madrids Regionalregierung hatte den Bewohnern stark betroffener Stadtteile bereits im August empfohlen, möglichst zu Hause zu bleiben und Kontakte einzuschränken. Das blieb aber ohne Wirkung.

Verbraucherschützer: Bahn soll Sitzplatzreservierungen wegen Corona kostenlos anbieten

Verbraucherschützer haben an die Bahn appelliert, für die Sicherheit ihrer Fahrgäste in Corona-Zeiten kostenlose Sitzplatzreservierungen anzubieten. Der Aufsichtsrat des Konzerns solle die Bahn auffordern, „die Gebühr für die Sitzplatzreservierung für mindestens ein Jahr auf allen Tickets zu streichen und auch Änderungen der Platzreservierung unkompliziert zu ermöglichen“, sagte die Verkehrsexpertin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Marion Jungbluth, dem „Tagesspiegel“. Bislang kosten Reservierungen in der zweiten Klasse vier Euro. „In der Pandemie-Zeit haben viele Menschen Sorgen, lange Zeit in überfüllten Zügen zu reisen“, sagte Jungbluth der Zeitung. Die Abstandsregel könne in den Bahnen nicht stringent eingehalten werden. Es müsse daher alles getan werden, damit Fahrgäste intelligent in allen Wagen verteilt werden.

Superspreader-Hochzeit steht in Verbindung mit sieben Toten

Ein Coronavirus-Ausbruch im Zusammenhang mit einem Hochzeitsempfang im US-Bundesstaat Maine hat zu mindestens sieben Todesfällen geführt. Nach Angabe des Zentrums für Krankheitskontrolle und Prävention in Maine sind bislang 175 Infektionen bestätigt. Es müsse allerdings davon ausgegangen werden, dass weit mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert sind. Auf der Hochzeitsfeier Anfang August waren 65 Gäste geladen. Unter ihnen war ein Vollzugsbeamter des York County Gefängnisses – er trug das Virus in die Haftanstalt, berichtet das CDC. Ein anderer Gast sei Angestellter eines Rehabilitationszentrums in Madison gewesen – dort starben in der Folge allein sechs der insgesamt sieben Todesopfer an den Folgen der Infektion. Die Hochzeit in der 4500-Einwohner-Stadt Millinocket ist nicht die einzige Veranstaltung, die mit einer wachsenden Zahl von Fällen in Verbindung gebracht wird. Auch das größte Biker-Treffen der Welt in South Dakota wurde zum Corona-Hotspot, ebenso eine Chorprobe in Washington.

Bericht: Wien soll Corona-Risikogebiet werden

Die deutsche Bundesregierung will Wien einem Bericht zufolge noch am Mittwoch zum Corona-Risikogebiet erklären. „Seit dem 5. September liegen deutlich mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner vor, daher sehen wir uns zum Handeln gezwungen“, zitierte die österreichische Tageszeitung „Der Standard“ deutsche Regierungskreise. Demnach soll Wien noch am Nachmittag zum Risikogebiet erklärt werden.Am Sonntag hatte Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz erklärt, in dem Land habe seiner Einschätzung nach die zweite Infektionswelle begonnen. Zuletzt war dort ein drastischer Anstieg der Corona-Infektionen verzeichnet worden. In Deutschland müssen sich Rückkehrer aus den Risikogebieten verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen, sofern sie kein aktuelles negatives Testergebnis vorweisen können. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich für 14 Tage in Selbstisolation begeben.

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Von der Leyen für neue „Europäische Gesundheitsunion“

Nach der Corona-Krise hat EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mehr Macht und mehr Geld für die Europäische Union in Gesundheitsfragen gefordert. „Für mich liegt klar auf der Hand: Wir müssen eine stärkere Europäische Gesundheitsunion schaffen, es ist Zeit“, sagte von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union. Konkret schlug die Kommissionschefin eine neue EU-Agentur für biomedizinische Forschung und Entwicklung vor. Zudem drängte sie das Europaparlament, mehr Mittel für das Gesundheitsprogramm „EU4Health“ auszuhandeln. Grundsätzlich müsse man über die Zuständigkeiten in Sachen Gesundheit sprechen. Das sei eine lohnende und dringende Aufgabe für die geplante Konferenz über die Zukunft Europas.

Mann benutzt Schlange im Bus als „Corona-Maske“

Ein Mann hat sich eine große Schlange offenbar als Ersatz für eine Corona-Maske in einem Bus um den Kopf gewickelt. Der Fahrgast war mit dem Reptil um Nacken und Mund im Großraum der britischen Stadt Manchester unterwegs. „Nicht einer hat auch nur mit der Wimper gezuckt“, berichtete eine Frau der Nachrichtenagentur PA. Sie selbst habe das lustig gefunden. Später schlängelte sich das Tier beim dem Vorfall am Montag auch noch über eine Stange im Bus. In den öffentlichen Verkehrsmitteln in England besteht Maskenpflicht. Bei wem es sich um den Mann handelte, war am Mittwoch noch unklar. Ein Sprecher der Verkehrsbehörde in Manchester reagierte humorvoll: Als Ersatz für richtige Masken würden Tücher und Schals akzeptiert, nicht aber Schlangenhaut – „vor allem nicht, wenn sie noch an der Schlange befestigt ist“. Ein Sprecher des Busunternehmens fand den Vorfall dagegen überhaupt nicht lustig: „Die Sicherheit unserer Kunden und Angestellten hat absolute Priorität. Wir sind schockiert über die Berichte und nehmen sie sehr ernst.“

RKI-Kommission rechnet mit mehreren Corona-Impfstoffen in Deutschland

Die Ständige Impfkommission (Stiko) beim Robert-Koch-Institut geht davon aus, dass es in Deutschland mehrere unterschiedliche Impfstoffe gegen das Coronavirus geben wird. „Angesichts der großen Zahl von potenziellen Sars-CoV-2-Impfstoffkandidaten ist es wahrscheinlich, dass am Ende mehrere Impfstoffe in Deutschland zugelassen werden“, sagte die Vizevorsitzende der Kommission, Sabine Wicker, der Funke Mediengruppe. PAID Interview mit Corona-Impfstoff-Proband 12.40Dabei könne es sein, dass einzelne Impfstoffe insbesondere für bestimmte Bevölkerungsgruppen geeignet wären – zum Beispiel für Ältere. Die Bundesregierung erwartet, dass ein Impfstoff gegen das Coronavirus in Deutschland für Teile der Bevölkerung in den ersten Monaten des nächsten Jahres zur Verfügung steht, für die breite Masse aber voraussichtlich erst Mitte 2021. Entsprechend äußerten sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Dienstag in Berlin. Spahn hatte erklärt, dass zuerst Menschen mit Vorerkrankungen, ältere Menschen und Beschäftigte im Gesundheitswesen und in der Pflege zum Zuge kommen sollen. Mit dieser Frage beschäftigt sich die Impfkommission.

Indien zählt mehr als fünf Millionen Corona-Infizierte

In Indien hat die Zahl der Corona-Fälle die Schwelle von fünf Millionen überschritten. Das Gesundheitsministerium vermeldete am Mittwoch einen Anstieg der Neuinfektionen binnen 24 Stunden um mehr als 90.000 auf 5,02 Millionen. Bei der Zahl der Corona-Toten wurde mit 1290 ein neuer Tageshöchstwert erreicht. Die Pandemie breitet sich auf dem Subkontinent immer schneller aus. Dauerte es zunächst 167 Tage, um die Zahl von einer Million Infektionen zu erreichen, erhöhte sich die Zahl innerhalb von 21 Tagen auf zwei Millionen. Dieser Sprung erfolgte laut der Zeitung „Times of India“ schneller als in den USA und Brasilien. Weitere 29 Tage später zählte Indien vier Millionen Infektionen mit dem Coronavirus und landete damit Anfang September auf Platz drei hinter den USA und Brasilien.

RKI meldet 1901 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom frühen Morgen 1901 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich demnach mindestens 266.663 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9368. Seit gestern wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 236.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

 

Nachrichten zum Coronavirus von Dienstag, den 10. September

Mund-Nasen-Schutz-Debakel in Griechenland 

Für den Schulstart in Corona-Zeiten hat die griechische Regierung in Athen hunderttausende Masken für Schüler bestellt – leider sind alle viel zu groß. Die „Zorro“-Masken seien ein „katastrophaler Fehler“, räumte die Abgeordnete und Schwester des konservativen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis, Dora Bakoyannis, ein, nachdem am Montag hunderte Schüler Fotos von sich mit das ganze Gesicht bedeckendem Mund-Nase-Schutz in sozialen Netzwerken teilten und über ihre „Fallschirme“ witzelten. Die griechische Journalistin Maria Louka schrieb auf Twitter, das Bildungsministerium bestehe aus unwissenden Menschen, deren Beziehung zum gelebten Alltag der Bürger den Masken entsprächen, die sie an den Schulen verteilten. Der Hersteller wies die Verantwortung für das Desaster zurück. „Die Größe war von Anfang an überdimensioniert“, sagte Yiannis Stathopoulos dem Fernsehsender Open TV. „Es gab ein Missverständnis“, sagte dagegen Vize-Gesundheitsminister Vassilis Kontozamanis am Dienstag vor Journalisten. Die angegebenen Maße hätten sich auf „vorgenähten“ Stoff bezogen. Das Problem werde behoben. Seit dem Schulbeginn am Montag gilt für griechische Schüler Maskenpflicht. Bislang kam das Land vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie. Rund 13.000 Infektionsfälle und 313 Tote wurden registriert.

Irische Regierung geht komplett in Quarantäne

Die gesamte irische Regierung hat sich nach dem Rat von Gesundheitsexperten in Corona-Quarantäne begeben. Nachdem Gesundheitsminister Stephen Donnelly am Dienstag Covid-19-Symptome gezeigt hatte, seien seine Kabinettskollegen vom Parlament aufgefordert worden, sich selbst zu isolieren, wie unter anderem die „Irish Times“ berichtete. Bei einer Kabinettssitzung hatte der Minister zuvor viele seiner Kollegen persönlich getroffen. Außerdem hatte er gemeinsam mit dem irischen Premier Micheál Martin am selben Tag eine Pressekonferenz gegeben. Das Parlament soll nun den Berichten zufolge eine Woche lang pausieren. Donnelly selbst wollte sich schnellstmöglich auf das Coronavirus testen lassen.

Update, 16. September, 9:17 Uhr:

Die irische Regierung muss nun doch nicht in Quarantäne, nachdem der Corona-Test eines Ministers negativ ausgefallen ist. Dies berichteten irische Medien am Dienstagabend. Auch das Parlament müsse nun doch nicht pausieren, sagte ein Regierungssprecher der „Irish Times“.

Uno: Internationale Tourismusbranche verliert wegen Corona 388 Milliarden Euro

Die internationale Tourismusbranche hat nach Angaben der Vereinten Nationen wegen der Corona-Pandemie einen historischen wirtschaftlichen Absturz im ersten Halbjahr 2020 verzeichnet. Wegen der vorübergehend fast vollständig zum Stillstand gekommenen Reiseaktivitäten habe die Tourismusbranche von Januar bis Juni einen Umsatzverlust von 460 Milliarden Dollar (388 Milliarden Euro) erlitten, erklärte die Welttourismusorganisation in Madrid. Der Umsatzverlust war demnach fünf Mal höher als während der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2009. Insgesamt sei die Zahl der weltweiten Touristen im ersten Halbjahr um 65 Prozent zurückgegangen. Zwar seien touristische Reisen in einigen Regionen der Welt zuletzt wieder möglich gewesen, erklärte die Organisation. Allerdings könnten die weiter schwache Nachfrage und fehlendes Vertrauen der Verbraucher der Tourismusbranche nachhaltig zusetzen.

Dänemark erlässt wegen steigender Corona-Zahlen strengere Vorschriften

Angesichts steigender Corona-Zahlen erlässt Dänemark strengere Vorschriften. Künftig müssen in der Hauptstadt Kopenhagen und ihren Vororten Bars und Restaurants um 22 Uhr schließen, wie Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und Gesundheitsminister Magnus Heunicke mitteilten. Jeder, der sich in einer Bar oder einem Restaurant bewegt, muss Mund-Nasen-Schutz tragen. Wer sich Gäste nach Hause einlädt, muss diese um 22 Uhr nach Hause schicken. Im übrigen Dänemark dürfen Bars und Restaurants bis 2.00 Uhr geöffnet bleiben – in der Stadt Odense nur bis Mitternacht. Zu Fußballspielen sind maximal 500 Zuschauer zugelassen. Die neuen Vorschriften sollen mindestens bis zum 1. Oktober gelten. Die dänische Behörde für Infektionskrankheiten, SSI, sprach sich zudem dafür aus, dass die Menschen ihre sozialen Kontakte generell auf fünf bis zehn Menschen beschränken: „Mit ihnen sollten wir den Herbst verbringen.“

Emirate lassen Corona-Impfstoff für Mitarbeiter des Gesundheitswesens zu

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben die Impfung von Mitarbeitern des Gesundheitswesens mit einem noch in der Testphase befindlichen Coronavirus-Impfstoff genehmigt. Das Mittel werde „unseren Helden an der Front zur Verfügung stehen, die am stärksten gefährdet sind, sich mit dem Virus zu infizieren“, teilte die Notfallschutzbehörde (NCEMA) am Montag im Onlinedienst Twitter mit. Der Impfstoff durchläuft derzeit noch die letzte Testphase, in der das Mittel an Menschen erprobt wird.     

Der chinesische Pharmakonzern Sinopharm hatte im Juli die dritte Testphase für seinen Impfstoff in den Emiraten gestartet. Nach Angaben der emiratischen Behörden fielen die Ergebnisse positiv aus. Demnach wurde der Impfstoff an 31.000 Probanden getestet. Dabei seien nur „milde und erwartbare“ Nebenwirkungen aufgetreten. 

Länder offenbar einig bei sechswöchigem Testbetrieb für Fan-Rückkehr

Die Bundesländer haben sich rechtzeitig zum Start der Fußball-Bundesliga auf einheitliche Regeln zur Fan-Rückkehr geeinigt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen der Beratungen der Chefs der Staatskanzleien verständigten sich diese am Dienstag auf einen sechswöchigen Testbetrieb unter Corona-Bedingungen mit Zuschauern. Die Grenze liegt demnach oberhalb einer Zahl von 1000 Zuschauern bei 20 Prozent der jeweiligen Stadion-Kapazität.

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Fan-Rückkehr in der Bundesliga

Anmerkung der Redaktion: Zunächst hatten wir an dieser Stelle berichtet, dass sich Bund und Länder geeinigt hätten. Die Deutsche Presse-Agentur, auf die sich die Meldung beruft, hat diese Angabe korrigiert: Es handle sich um eine Länder-, nicht um eine Bund-und-Länder-Einigung. Wir haben den Eintrag entsprechend aktualisiert.

Söder bekräftigt: Einheitliche Regelungen für Fan-Rückkehr

Vor neuen Beratungen über eine Fan-Rückkehr in Stadien schon am Wochenende hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seine Forderung nach einer bundeseinheitlichen Linie bekräftigt. „Es kommt darauf an, dass wir eine einheitliche Regelung bekommen“, sagte Söder am Dienstag am Rande einer Klausurtagung der CSU-Fraktion im Landtag in München. Alle andere wäre „für die Liga und die Akzeptanz sehr schwierig“. Zudem gehe es nicht nur um Fußball, sondern auch um Volleyball, Handball oder Eishockey.

Die Chefs der Staatskanzleien der Länder wollten an diesem Dienstag (16.00 Uhr) erneut über Zuschauer in Stadien und Sporthallen beraten. Söder wollte aber nicht prognostizieren, ob eine Lösung gelingt. „Es gibt noch kein Ergebnis, und es kann auch noch scheitern“, sagte er. 

Kassenbeiträge sollen wegen der Corona-Pandemie ansteigen

Die Krankenkassenbeiträge sollen wegen der Corona-Pandemie im kommenden Jahr ansteigen. Geplant ist eine Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags um 0,2 Punkte auf dann 1,3 Prozent, wie aus einem Maßnahmenpaket von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hervorgeht, das der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag vorlag.     

Um die gestiegenen Ausgaben im Gesundheitswesen zu bewältigen, soll zugleich der Bundeszuschuss an die gesetzlichen Kassen um fünf Milliarden Euro angehoben werden. Zudem führen die Krankenkassen einmalig Finanzreserven in Höhe von acht Milliarden Euro an den Gesundheitsfonds ab, um einen Teil der Finanzierungslücke zu schließen.     

Das Maßnahmenpaket stelle sicher, dass die von den Regierungsparteien beschlossene „Sozialgarantie 2021“ eingehalten werden könne, heißt es in dem Papier, über das zunächst die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) und das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.  Die vom Koalitionsausschuss im Juni beschlossene „Sozialgarantie 2021“ sieht vor, die Sozialversicherungsbeiträge bei maximal 40 Prozent zu stabilisieren.

Lettland verkürzt Corona-Quarantäne von 14 auf zehn Tage

Lettland schickt Neuankömmlinge und Heimkehrer aus Risikogebieten künftig nur noch zehn statt 14 Tage in Corona-Quarantäne. Die Regierung in Riga nahm auf einer Kabinettssitzung am Dienstag einen entsprechenden Vorschlag des Gesundheitsministeriums an. Bislang mussten sich Menschen, die aus Ländern mit hohen Infektionsraten in das baltische EU-Land einreisen, für zwei Wochen isolieren.

Ausgenommen von der Verkürzung sind Personen, die in Kontakt mit einem Corona-Infizierten waren – sie müssen weiter 14 Tage in Quarantäne. Das gilt grundsätzlich auch für Mitarbeiter von Gesundheits-, Sozial- und Bildungseinrichtungen, die in engem Kontakt mit anderen Menschen sind. Lettland mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 1482 bestätigte Infektionen und 35 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus.

Wann kommt der Impfstoff?

Auf einer Pressekonferenz zum Stand der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes hat Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) die Prognose abgegeben, dass „Mitte nächsten Jahres“ ein Impfstoff zur Verfügung stehe. Sie ist also deutlich vorsichtiger als andere, was den Zeitraum angeht, ein wirksames Mittel gegen Sars-CoV-2 zu entwickeln. Ein Impfstoff könne nur zur Anwendung kommen, wenn der Nutzen höher sei als die Risiken, sagte sie am Dienstag in Berlin. „Von dieser Linie werden wir in Deutschland und Europa nicht abweichen.“

Neben dem Tübinger Biotechunternehmen Curevac soll die Mainzer Firma Biontech Forschungsgelder in dreistelliger Millionenhöhe für die Corona-Impfstoffentwicklung erhalten, wie Karliczek mitteilte. Davon sollen 252 Millionen Euro an Curevac gehen. Das war bereits Anfang September bekanntgeworden. Daneben soll Biontech 375 Millionen erhalten. Mit beiden Unternehmen seien die Verhandlungen über die Förderung nun abgeschlossen, sagte Karliczek. 

Gleichzeitig betonte die Ministerin, wie leistungsfähig die wissenschaftlichen Institutionen in Deutschland seien. Grundsätzlich wird trotz des Tempos in der Entwicklung wert auf Gründlichkeit gelegt, denn der Impfstoff ist der „entscheidende Schlüssel“ im Kampf gegen die Corona-Pandemie. 

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wies daraufhin, dass noch nie in der Menschheitsgeschichte so schnell ein Impfstoff entwickelt wurde. Gleichzeitig sagte er, dass das „Virus bleiben wird“, aber mit dem Impfstoff könne man es kontrollieren. Wichtig sei die Strategie der Bundesregierung, gleichzeitig auf die Entwicklung von mehreren Impfstoffen und Technologien zu setzen. Und Spahn betonte, dass Impfung auf jeden Fall freiwillig sein wird. Darauf setze er.

Diskotheken sollen in Sachsen-Anhalt ab November wieder öffnen

In Sachsen-Anhalt sollen ab dem 1. November Klubs und Diskotheken wieder öffnen dürfen. Das beschloss die Landesregierung am Dienstag in Magdeburg mit der aktualisierten Corona-Verordnung. Die Diskotheken dürfen allerdings höchstens zu 60 Prozent ausgelastet sein. Zudem müssen Anwesenheitslisten geführt werden, auch muss auf Mindestabstände geachtet werden. Die aktuelle Verordnung, die am Donnerstag in Kraft tritt und bis zum 18. November gilt, erlaubt auch Weihnachtsmärkte, sofern diese über ein Hygienekonzept verfügen und die Entwicklung der Infektionszahlen eine Öffnung erlaubt. Ansammlungen von mehr als zehn Menschen sollen durch Zugangsbeschränkungen und Ordnungspersonal verhindert werden.    

Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) begründete die Lockerungen mit dem vergleichsweise geringen Infektionsgeschehen im Land. Anwesenheitslisten sind in Sachsen-Anhalt künftig nur noch bei Veranstaltungen und Feiern sowie in Sportstätten und Diskotheken vorgeschrieben. Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktnachverfolgung und die Einhaltung der allgemeinen Hygieneregelungen nicht möglich sind, bleiben bis Jahresende untersagt. Für Sport- und Kulturveranstaltungen mit mehr als tausend Besuchern sind Ausnahmegenehmigungen möglich. Israel geht erneut in Lockdown – 11.00 Uhr

Corona-Zahlen klettern in Israel erneut auf Rekordwert

Wenige Tage vor einem Lockdown ist in Israel die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erneut auf einen Rekordwert gestiegen. Sie lag nur noch knapp unter der Marke von 5000 Fällen. Das Gesundheitsministerium teilte am Dienstag mit, dass am Vortag 4973 Infektionen registriert worden seien. Der bisherige Rekordwert aus der vergangenen Woche lag bei 4149. Zum Vergleich: Dem Robert Koch-Institut (RKI) meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland zuletzt 1407 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Deutschland hat neunmal so viel Einwohner wie Israel. Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe. Angesichts der Lage beschloss die israelische Regierung am Sonntag einen zweiten landesweiten Lockdwon. Er soll vor jüdischen Feiertagen am Freitagnachmittag in Kraft treten und zunächst drei Wochen andauern.

Bouffier drängt auf bundesweite Fan-Regelung: „Vernünftiges Konzept“ 

 Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier drängt in der Debatte über die Wiederzulassung von Zuschauern im Profifußball auf eine schnelle bundesweite Regelung. „Ich erwarte, dass heute eine klare Entscheidung getroffen wird – ein weiteres Zuwarten nützt niemanden“, sagte der CDU-Politiker vor den Beratungen der Chefs der Staatskanzleien an diesem Dienstag in einer Pressemitteilung. 

Bill Gates staunt über Verschwörungstheorien

Der nicht erst in der Corona-Pandemie zum Feindbild von Verschwörungstheoretikern avancierte Microsoft-Gründer Bill Gates ist tief besorgt über die Verbreitung von Desinformation und Lügen im Internet. „Diese verrückten Ideen verbreiten sich irgendwie schneller in den sozialen Medien als die Wahrheit. Ich bin überrascht, dass mein Name in diesen Verschwörungstheorien auftaucht“, sagte Gates bei „Bild Live“. „Ich finde, dass es irgendwie ironisch ist, dass ich anmahnte, auf diese Pandemie vorbereitet zu sein – und jetzt gibt es Leute, die sagen, ich sei dafür verantwortlich.“ Der Multimilliardär appellierte an die Vernunft der Menschen: „Wir befinden uns inmitten einer Pandemie, und es ist wichtiger als je zuvor, sich mit den Tatsachen und der Wahrheit auseinanderzusetzen.“ Zudem beklagte der Milliardär auf einer telefonischen Pressekonferenz zur Veröffentlichung des „Goalkeeper“-Berichts, dass die Corona-Pandemie zahlreiche in den vergangenen Jahren erzielte Fortschritte bei der Bekämpfung von Armut und Krankheiten zunichte gemacht habe. „Die Pandemie hat den Fortschritt angehalten und uns zurückgedrängt“, sagte er.

Gemeinsam mit seiner Frau Melinda setzt sich Gates seit Jahren mit einer Stiftung im Kampf gegen Krankheiten weltweit ein, auch in der Corona-Pandemie. Zuletzt hatten sich zahlreiche Falschinformationen und Verschwörungstheorien über ihn verbreitet. Demnach stecke Gates etwa selbst hinter der Verbreitung des Coronavirus und wolle den Menschen Mikrochips einpflanzen lassen, um so die gesamte Menschheit zu überwachen.

1407 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Dienstagmorgen 1407 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 261 762 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 15.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9362. Seit dem Vortag wurden zwölf Todesfälle mehr gemeldet. Bis Dienstagmorgen hatten etwa 234 600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Montagabend bei 1,18 (Vortag: 1,18). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Traditionelle Thanksgiving-Parade in New York findet nur online statt

Wegen der Coronavirus-Pandemie wird die traditionelle Thanksgiving-Parade in New York in diesem Jahr nur online stattfinden. Das Spektakel solle diesmal „neu gedacht“ werden, teilten die Organisatoren der Kaufhauskette Macy’s am Montag mit. „Es wird nicht dieselbe Parade werden, die wir kennen“, sagte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio. Aber auch bei der Online-Version würden die Menschen „den Geist und die Freude dieses Tags spüren“ können.

Normalerweise werden zu dem Feiertag Thanksgiving im November jedes Jahr riesige Heliumballons mehr als drei Kilometer durch die Straßen der Millionenmetropole getragen. Rund 8000 Tänzer, Fahnenträger, Musiker und Verkleidete nehmen an der Parade teil. Mehr als drei Millionen Zuschauer stehen am Streckenrand, etwa 50 Millionen Menschen schauen das seit mehr als 90 Jahren stattfindende Spektakel im Fernsehen an.

Strengere Regeln wegen Corona in Bordeaux und Marseille

Im Kampf gegen das Coronavirus haben die Behörden in Bordeaux und Marseille strengere Regeln verhängt. Private Treffen im Freien seien weitgehend auf zehn Personen beschränkt, kündigten die örtlichen Behörden am Montag an. Die Maskenpflicht wurde außerdem ausgeweitet. Tanzpartys seien nicht erlaubt, Schulausflüge abgesagt, sagte die Präfektin der Region Nouvelle-Aquitaine, Fabienne Buccio. Sie forderte Familien auf, Feiern wie Hochzeiten auf ebenfalls maximal zehn Personen zu begrenzen. Die Behörden in Bordeaux haben außerdem den Konsum von Alkohol auf öffentlichen Plätzen in der Stadt verboten – in Marseille und Umland sind Konsum und Verkauf eingeschränkt. Die Begrenzung für öffentliche Veranstaltungen im Département Gironde an der Atlantikküste liege nun bei 1000 statt 5000 Menschen. Ähnliche Einschränkungen gelten in weiten Teilen auch im Département Bouches-du-Rhône, in dem Marseille liegt.

Zahl der infizierten Schüler in Bayern verdoppelt

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Schüler hat sich in Bayern übers Wochenende mehr als verdoppelt. Das Kultusministerium in München sprach am Montag von 135 infizierten Kindern und Jugendlichen. Vor dem Wochenende waren es 66. Bei den Lehrern gebe es aktuell derzeit 43 Infektionen – ein Fall weniger. In Bayern gibt es 1,65 Millionen Schülerinnen und Schüler sowie 150.000 Lehrkräfte. Die Schule läuft nach dem Ende der großen Ferien seit dem 8. September wieder. Noch bis Ende der Woche gilt mit Ausnahme der Grundschulen auch in Klassenzimmern eine Maskenpflicht.

„Es wird in diesem Schuljahr leider ein Stück weit Normalität sein, dass Klassen oder Lehrkräfte von den Gesundheitsämtern in Quarantäne geschickt werden“, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Dem Ministerium zufolge sind momentan rund 2490 Schüler sowie knapp 400 Lehrer in Quarantäne. Oft wurden ganze Klassen heimgeschickt. Es kam aber auch schon zu Schulschließungen. So findet etwa an der Mittelschule in Furth im Wald kein Präsenzunterricht statt. Corona-Fälle gibt es auch an Kindertagesstätten: Rund 50 Einrichtungen sind ganz oder teilweise geschlossen.

Sorge um Engpässe bei Blutspenden – Erfolge mit Plasma

Transfusionsmediziner warnen in der Coronakrise vor Engpässen bei Blutprodukten. Die Blutspenden seien bereits zu Beginn der Pandemie zurückgegangen, berichtete die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) zu ihrer 53. Jahrestagung am Montag in einer Online-Pressekonferenz. Viele Spender seien aus Angst vor Ansteckung ferngeblieben, sagte der DGTI-Vorsitzende Hermann Eichler. Zugleich seien manche Blutprodukte nur sehr begrenzt haltbar, teils nur einige Tage. 

„Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass wir die Lager regelmäßig mit neuen Blutspenden auffüllen können, um den Bedarf zu decken“, sagte Eichler. Im Sommer gehe die Zahl der Spender ohnehin zurück. Bei der Spende herrsche keine Infektionsgefahr. Die Blutspendedienste hätten ihre ohnehin strengen Hygienestandards weiter erhöht. Patienten wiederum müssten sich nicht sorgen, sich über Blutprodukte mit dem Corona-Virus anzustecken. „Bislang ist kein Fall bekannt, bei dem das Corona-Virus über gespendetes Blut übertragen wurde.“

Mit Blick auf die Behandlung von Coronakranken sagte Tagungspräsident Hubert Schrezenmeier: Als aussichtsreich habe sich die Verabreichung von Immunplasma von Genesenen erwiesen. „Es gab Berichte, die vielversprechend waren“, sagte der zweite Vorsitzende der DGTI. Viele Genesene seien zur Spende bereit, um schwer Erkrankten zu helfen. Allerdings gebe es hier genaue Kriterien, so dass nicht alle zugelassen werden könnten. 

Corona-Krise trifft Frankreichs Wirtschaft weniger hart als befürchtet

Die Corona-Pandemie dürfte die französische Wirtschaft weniger hart treffen als bisher befürchtet: Die Nationalbank Banque de France rechnet mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 8,7 Prozent in diesem Jahr, wie aus einer neuen Prognose vom Montag hervorgeht. Bisher hatte sie ein Minus von 10,3 Prozent vorausgesagt.    

„Der Schock im zweiten Quartal ist weniger stark ausgefallen als erwartet“, erklärte die Notenbank mit Blick auf den Lockdown zwischen März und Mai. Zudem ziehe die Wirtschaft seit einigen Monaten wieder stärker an. „Wir sind auf einem guten Weg“, erklärte Wirtschaftsminister Bruno Le Maire dazu. Mit ihrer Voraussage ist die Banque de France etwas optimistischer als das Statistikamt Insee, das mit einer Rezession von neun Prozent in diesem Jahr rechnet. Die Regierung prognostiziert bisher ein Minus von elf Prozent, will die Zahl aber korrigieren. 

Berlusconi nach Corona-Infektion aus dem Krankenhaus entlassen

Italiens früherer Regierungschef Silvio Berlusconi ist nach seiner Corona-Infektion aus dem Krankenhaus entlassen worden. „Danke, dass ich hier sein darf. Es war die gefährlichste Prüfung meines Lebens“, sagte der 83-Jährige nach dem Verlassen der Klinik San Raffaele in Mailand am Montag. „Auch dieses Mal bin ich davongekommen“, sagte der Oppositionspolitiker. Berlusconi wurde wegen seiner Infektion mit dem Virus insgesamt zehn Tage im Krankenhaus behandelt.

Berlusconi rief dazu auf, sich an alle Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. Covid-19 sei eine „schwere und tückische Krankheit“ warnte er, der wegen seines Alters und seiner Vorerkrankungen als Risikopatient gilt. Ob der Unternehmer vollständig von seiner Erkrankung genesen ist oder zu Hause weiter behandelt werden soll, blieb zunächst offen.

Nach sechs Monaten Corona-Pause: Italiens Schulen öffnen wieder

Begleitet von Debatten um die Corona-Ausbreitung und organisatorischen Problemen ist ein Großteil der 8,5 Millionen Schüler in Italien wieder in die Klassen zurückgekehrt. Für etwa zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen begann am Montag nach über sechs Monaten Pause wieder der Unterricht. Das Land hatte seine Schulen wegen der Corona-Pandemie am 5. März geschlossen, in keinem anderen europäischen Land waren sie länger dicht. 

Außerhalb des Unterrichts und in den Klassenräumen, in denen der Abstand nicht eingehalten werden kann, müssen Schüler ab sechs Jahren einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Allerdings stockt die von der Regierung versprochene Maskenlieferung ebenso wie die angekündigte Bereitstellung von 2,4 Millionen Einzeltischen. Zudem fehlt es an Lehrern und geeigneten Räumen, Unterricht soll daher teilweise auch draußen stattfinden. Eltern sind zudem dazu aufgerufen, bei ihren Kindern vor Schulstart jeden Morgen Fieber zu messen.

Die Öffnung der Schulen und die nötigen Schutzmaßnahmen waren auch wegen der zuletzt wieder steigenden Corona-Infektionszahlen in Italien wochenlang kontrovers diskutiert worden. Es hatte auch Forderungen nach einer weiteren Verschiebung der Rückkehr gegeben, in einigen Regionen beginnt die Schule erst in der kommenden Woche.

Flugverkehr im Iran kommt nahezu zum Erliegen

Im Iran hat es aufgrund der Corona-Pandemie einen 96 prozentigen Rückgang der Anzahl der Flugpassagiere gegeben. Die nationale Luftfahrtbehörde hat im letzten Monat 84 Prozent weniger Auslandsflüge, 96 Prozent weniger Fluggäste und 80 Prozent weniger Luftfracht registriert. Mit diesem drastischen Rückgang ist der zivile Luftverkehr besonders stark von der Corona-Krise im Land betroffen, so die Behörde nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.

WHO warnt vor Anstieg der Corona-Todesfallzahlen in Europa im Herbst

Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet mit einer Zunahme der täglichen Corona-Todesfälle in Europa im Oktober und November. „Es wird härter werden“, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Derzeit steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus in Europa an, die Zahl der täglichen Todesfälle ist hingegen relativ stabil geblieben.

Home Sweet Homeoffice 19.30Bayerns Innenminister fordert Konsequenzen für Superspreaderin

Nach einem heftigen Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Konsequenzen für die mutmaßliche Verursacherin. „Sollte sich bestätigen, dass die Frau bewusst trotz eindeutiger Corona-Symptome die Quarantäne ignoriert hat, muss sie mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen“, sagte Herrmann dem „Münchner Merkur“ (Montag). „Gegen so eine Rücksichtslosigkeit sollte ein klares Signal und ein mahnendes Beispiel gesetzt werden, dass jeder mit empfindlichen Sanktionen rechnen muss, der in dieser besonderen Situation der Pandemie gegen die Regeln verstößt und andere vorsätzlich in Gefahr bringt.“

Das Landratsamt geht davon aus, dass der Ausbruch auf eine sogenannte Superspreaderin zurückzuführen ist. Die 26-Jährige soll durch verschiedene Kneipen in der Marktgemeinde am Fuße der Zugspitze gezogen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Nach Angaben der Behörde hat sie auf der Kneipentour schon Symptome gehabt und auf die Ergebnisse ihres Coronatests gewartet. In Bayern kann bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen ein Bußgeld von 2000 Euro verhängt werden.

948 Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen 948 neue Corona-Infektionen gemeldet. Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig – an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Seit Beginn der Coronakrise haben sich demnach mindestens 259.428 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 13.9., 0 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9349. Seit dem Vortag wurden zwei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Sonntagmorgen hatten etwa 231.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Sonntag bei 1,18 (Vortag: 1,15). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

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